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Stri©kt gegen Gewalt

Strickt gegen Gewalt

Als Vorbereitung zum Internationalen Frauentag laden die Mitarbeiterinnen der Frauenfachberatungsstelle des Frauenzimmer e.V., die KIK-Koordinatorin des Kreises sowie die Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Bad Segeberg und des Kreises Segeberg zu der Aktion „Stri©kt gegen Gewalt“ ein.

Laut der kriminalistischen Auswertung des Bundeskriminalamtes zu Partnerschaftsgewalt waren 2015 in der Bundesrepublik 127.457 Menschen von schweren Straftaten innerhalb einer Partnerschaft betroffen. 81 % der Betroffenen waren Frauen, 331 Frauen und 84 Männer wurden von ihren Partner_innen getötet.

Bei diesen Zahlen handelt es sich um das Hellfeld. Da Partnerschaftsgewalt zuhause und hinter verschlossenen Türen stattfindet, ist das Dunkelfeld weitaus größer.

Sich aus einer gewaltvollen Partnerschaft zu befreien, ist für die Betroffenen eine große Herausforderung. Oftmals gehen mit der körperlichen und sexualisierten Gewalt auch massive psychische Grenzüberschreitungen einher. Beleidigungen, Bedrohungen und die systematische Zerstörung des Selbstwertgefühls und der Handlungsfähigkeit sorgen dafür, dass eine Trennung als nicht machbar erscheint. Dazu kommen in der Regel die finanzielle Abhängigkeit und die Sorge um die Kinder, die den Schritt aus der Gewalt verhindern.

Wenn in unserem unmittelbaren Lebensbereich Gewalt gegen andere Menschen ausgeübt wird, betrifft es auch uns, unserer Lebensgefühl, unsere Sicherheit, unser Miteinander. Es ist eine Herausforderung, zu diesen Ereignissen Stellung zu beziehen, wahr zu nehmen, was dort stattfindet, einzugreifen, öffentlich zu machen und die Gewalt zu stoppen.

Mit der Strickaktion möchte wir alle Menschen in unserer Stadt ansprechen und einladen, mit uns zusammen ein Zeichen gegen Gewalt zusetzen, gegen das Wegschauen, gegen die Illusion, es würde diese Form der Gewalt bei uns nicht geben.

Wir können alle etwas zu einem friedlicheren Miteinander beitragen. Das wollen wir durch gestrickte Quadrate symbolisieren, die zusammen genommen - oder besser genäht - eine wärmende Decke, die uns schützt, einen Teppich für den Boden, auf dem wir stehen oder ein Netz, mit dem wir andere auffangen können, bilden. Durch diese Form der Handarbeit, die alle, unabhängig von der Herkunft, des Geschlechts oder der sozialen Stellung, ausüben können, werden Handlungsfähigkeit, Einsatz und Solidarität vermittelt.

Die Idee zu diesem Projekt stammt vom Runden Tisch „Gewalt gegen Frauen – Frauen gegen Gewalt“ – Schwäbisch Hall, die das Copyright an das Petze-Institut für Gewaltprävention in Kiel vergeben hat. In Kooperation mit der „Petze“ soll diese Aktion im Laufe der nächsten beiden Jahre in ganz Schleswig-Holstein durchgeführt werden. In Bad Segeberg findet jetzt zum Internationalen Frauentag die erste Umsetzung statt.

Je mehr Menschen sich an diesem Projekt beteiligen, je mehr Strickwaren entstehen, desto mehr genähte Produkte können später verkauft werden. Von dem Erlös sollen Präventionskurse gegen Gewalt für unterschiedliche Altersgruppen in Bad Segeberg angeboten werden, wie z.B. Selbstbehauptungskurse für Frauen und Mädchen, Jugendliche, Seniorinnen, Frauen mit Handicap oder Fluchtgeschichte. Weitere Anregungen werden gern von der Frauenberatungsstelle oder den Gleichstellungsbeauftragten entgegengenommen.

Frau Meike Martens vom Fachgeschäft Monika Iburg – Handarbeiten und Dekoratives- unterstützt die Aktion „Stri©kt gegen Gewalt“ und steht Strick-Anfängern und Anfängerinnen gern mit Rat und den notwendigen Materialien zu Seite.

Die Strickwaren sollten ca. 20 x 20 cm groß sein und können ab sofort in der Frauenberatungsstelle des Frauenzimmer e.V. in der Oldesloer Str. 20 in Bad Segeberg abgegeben werden. Am 11. März wird es zudem einen Stand am Zugang des Marktplatzes in der Fußgängerzone geben. Hier wird über das Projekt informiert und die Möglichkeit gegeben, auch direkt vor Ort Quadrate abzugeben oder zu stricken.

Text: Stephanie Böttcher

Veranstalterinnen:

  • Stephanie Böttcher, Frauenfachberatungsstelle des Frauenzimmer e.V.
  • Barbara Eibelshäuser, KIK-Koordinatorin des Kreises Segeberg (Kooperations- und Interventionskonzept des Landes Schleswig-Holstein gegen häusliche Gewalt)
  • Beate Mönkedieck, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bad Segeberg
  • Dagmar Höppner-Reher, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Segeberg